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Eisenbahn-Gottesdienst PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christoph Schmidt   
Donnerstag, 25. März 2010 um 17:39 Uhr

"Full House" - dank Eisenbahn

Der Sonntag des 14. Februar 2010 hatte es in sich – einer zusätzlichen Bedeutung wie durch den heiligen Valentin hätte es nicht bedurft. Und er bescherte uns in mehrfacher Hinsicht „bewegte Zeiten“.

Wer zeitig in die Kirche kam, stellte fest, dass lange vor dem Gottesdiensttermin schon im Untergeschoss etwas im Gange war. Unser Pastor, zusammen mit einigen ernsthaft drein blickenden Männern fortgeschrittenen Alters, hantierte konzentriert, inmitten eines Gewirrs von Schienensträngen, farbigen Lichtern und verschiedenen Zügen, an einer sich über zwei große Räume ausbreitenden Modelleisenbahnanlage.

Axel's Eisenbahner beim Aufbau der Anlage.

Axel's Eisenbahner beim Aufbau der Anlage.

Die Erklärung hierzu fand sich schnell: es war der Sonntag mit dem Eisenbahn-Gottesdienst - ein Vorhaben, welches Axel ter Haseborg mit nach Großhansdorf gebracht hatte.

Der Gottesdienstraum füllte sich mit jung und alt, viele bekannte und auch unbekannte Gesichter waren dabei. Mit dem Thema „Weichenstellungen“ bekamen wir dann das plastische Bild für die Art von Entscheidungen vorgestellt, welche unserem Leben eine neue Richtung geben (können): Weichen, die für uns gestellt werden bzw. wurden, und solche, die wir selbst auf die gewünschte Stellung bringen müssen, verbunden mit der Hoffnung, so dem ersehnten Ziel näher zu kommen.

Und uns allen stellte sich die bewegende Frage, mit welcher Herzensbildung wir wohl für solche Entscheidungen am besten vorbereitet wären.

Clara und Miguel Diaz mit ihrem musikalischen Beitrag.

Clara und Miguel Diaz mit ihrem musikalischen Beitrag.

Zwei Personen waren unter uns, die eine Weiche für ihr Leben in eine ganz besondere Richtung gestellt hatten, und kurz davor standen, auf den darauf fahrenden Zug aufzuspringen: Clara und Miguel Diaz, gebürtige Chilenen und lange Jahre in Hamburg lebend.

Wenige Tage später wollten Sie zurück nach Chile reisen und sich in einer Gemeinde engagieren, wo gerade junge Menschen einer großen Hoffnungslosigkeit ausgeliefert sind.

Eisenbahn-Gucken für Groß und Klein ...

Eisenbahn-Gucken für Groß und Klein ...

Dabei lassen sie ihre Familie, ihre Kinder und Enkel zurück - im klaren Bewusstsein, einem ganz besonderen Ruf zu folgen. Sie verabschiedeten sich als Gesegnete mit bewegenden Worten und gemeinsam vorgetragenen Liedern in ihrer Muttersprache.

Es fiel nicht leicht, sich aus dieser dichten Atmosphäre zu lösen. Die anschließende Besichtigung der Modelleisenbahnanlage im Untergeschoss ließ uns die Züge – die auf ihren, von vielen Weichen beeinflussten Schienenwegen dahin glitten – mit einem ungleich verständnisvolleren Blick für die Weichenstellungen in unserem Leben verfolgen.

 
Das „Ja zum Leben“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ernst-Peter Weldin   
Donnerstag, 25. März 2010 um 17:40 Uhr


Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid. (Epheser 1, 18; Monatsspruch April 2010)

Ach, wie schön wäre das, könnten wir ganz tief in uns immer diese Hoffnung als lebendig erleben! Die Wirklichkeit sieht oft so anders aus. In diesen Ostertagen wird die Botschaft der Auferstehung in allen Kirchen verkündigt. Das ist eine Botschaft, die voller Hoffnung ist, weil sie auf eine Zukunft weist, die weit über unser Grab hinausreicht. Christus ist auferstanden, und dieses neue Leben möchte er allen schenken, die an ihn glauben. Aber: Kann diese revolutionäre Nachricht uns noch innerlich bewegen, oder nehmen wir sie als etwas Altbekanntes zur Kenntnis und gehen danach wieder zu unserer gewohnten Tagesordnung über? Paulus bringt es in 1. Korinther 15 auf den Punkt: Wenn das nicht stimmt, ist alles, was wir glauben, leere Illusion. Nun aber ist Christus auferstanden! Das schafft völlig neue Tatsachen.

Wohin wir schauen, scheint der Tod das letzte Wort zu sprechen. Krankheiten, Unglücksfälle, Kriege, Verbrechen und die allmähliche Zerstörung unserer Erde durch den sogenannten Fortschritt ziehen eine blutige Spur, an deren Ende der Tod steht. Eine trostlose Bilanz, wenn man alles betrachtet. Erst auf diesem Hintergrund können wir ermessen, welche Bedeutung das Ereignis der Auferstehung für uns hat. Da ist Christus, über den der Tod meint, ebenfalls das letzte Wort gesprochen zu haben. Und dann sagt Gott in der Auferstehung das allerletzte Wort, und das heißt Leben. Daran dürfen wir uns festhalten, weil Jesus es allen versprochen hat, die zu ihm gehören. Gott ist ein Freund des Lebens, und Christus ist der Ort, wo dieses Leben seinen Anfang genommen hat. Sören Kierkegaard fasst das so zusammen: „Es muss alles gut werden, weil Christus auferstanden ist.“ So ist es, und genau darin liegt unsere Hoffnung.

Aber: Hoffnung kann man sich nicht einfach so einreden, das könnte so etwas wie das Pfeifen im dunklen Wald sein. Hoffnung muss uns zugesagt werden von einer Stelle, die Vertrauen verdient. Diese Stelle heißt Gott.

Darum ist es so wichtig, dass wir ständig darum beten, wie Paulus es für seine Schwestern und Brüder in der Gemeinde in Ephesus tut: Herr, erhalte diese Hoffnung in uns lebendig!

Wenn wir immer wieder so beten, für uns u n d unsere Schwestern und Brüder, werden wir noch mehr das Wunder des Evangeliums von Christus begreifen, und wir werden unseren Lebensweg auf hellen und dunklen Strecken als solchen erkennen, der von der Liebe und Kraft Gottes ganz festgehalten wird, bis zum Ziel. Denn Gott sagt in der Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus JA ZUM LEBEN.

 
Stärket eure Hände! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Axel ter Haseborg   
Samstag, 05. Dezember 2009 um 14:09 Uhr

Gott spricht: Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände! (Sacharja 8, 13 –
Monatsspruch Dezember 2009)

Dieses Wort aus dem Alten Testament ist schon etwas sperrig für den Advent. Auf der einen Seite die Verheißung der Erlösung und die Zusage dadurch ein Segen für andere zu sein. Was soll es dann zum Fürchten geben?! Natürlich gibt es in der Vorweihnachtszeit viel zu tun, aber das kann doch wohl nicht damit gemeint sein, wenn es heißt. Stärket Eure Hände! Schon ein bisschen verwirrend und nicht gerade für die Adventszeit ein heimeliges Wort.

Wer von Erlösung in seinem Leben reden kann, wird automatisch zum Segen. Denn es gibt soviel in sich gefangene Menschen, die am Beispiel von erlösten Menschen sehen können, was es heißt, im Frieden mit sich und den Menschen und schließlich mit Gott zu sein.

Danach haben unzählige Menschen ein tiefe Sehnsucht. Wer Erlösung erfahren hat, wird eine innere Antenne für Menschen haben, die Erlösung brauchen. Er wird immer mehr sehen, als er verkraften kann. Er wird immer mehr vor Augen haben, als was sein Herz letztlich tragen kann. Und das ist wahrlich manchmal zum Fürchten. Denn immer sind wir zugleich in Verantwortung gerufen und wissen, dass wir ihr nie und nimmer gerecht werden können.

Das, was uns entlastet, ist der Satzanfang. Ich will euch erlösen. Ich bin nicht für die Erlösung zuständig. Ich muss diese nicht machen. Christus ist der menschgewordene Gott, der uns Erlösung bringt.

Er ist für meinen Frieden gekommen. Ich muss diesen Frieden für niemanden machen. Ich lebe vom Frieden Gottes. Und wenn es dann im Text heißt. „Stärket eure Hände.“, - dann ist gemeint, dass wir zupacken können, wo wir eben können. Aber mehr als zwei Hände haben wir nicht. Und das ist dann auch genug!

Ihnen und Euch eine gesegnete Adventszeit in der Gewissheit, dass Gott ein kommende Gott ist.

 
Frauenfrühstück PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Annelie Schmidt   
Donnerstag, 28. Januar 2010 um 12:38 Uhr

Vorab schon einmal zum vormerken – die nächsten Termine für das Frauenfrühstück:

  • 17.04.2010, 09.30 Uhr
    „Leben mit Ritualen“
    Referentin Rosemarie Becker

  • 06.11.2010 09.30 Uhr
    „Das Schweigen der Männer“
    Referentin Frau Seehafer

Darüber hinaus braucht das Frauenfrühstücks-Team dringend Verstärkung. Die Veranstaltung sprengt jedes Mal den Rahmen unserer Möglichkeiten – und die Vorbereitung ist sehr aufwendig.

Bitte helft mit, das unser Frauenfrühstück auch weiterhin so schön und erfolgreich laufen kann!

Interessierte melden sich bitte bei:

  • Annelie Schmidt,
    Tel. 04534 / 80 53,
    E-Mail: anbo.schmidt[at]t-online.de

 
09.11.1989 - 20 Jahre „Mauerfall“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Bernd Andreas Czarnitzki   
Sonntag, 27. September 2009 um 12:44 Uhr

Der 9. November 1989 ist ein besonderer Tag. Er schenkte allen Bürgerinnen und Bürgern des bis dahin existierenden Staates DDR die Freiheit. Die Ausreise aus dem totalitären System war endlich wieder möglich. Nicht nur mit Visum oder über den Umweg über Ungarn oder Tschechoslowakei.

Und das war nur der Höhepunkt: Das Jahr 1989 war geprägt von der Hoffnung, dass es in der DDR nicht zu gewaltsamen Übergriffen der Staatsorgane kommen solle. Während in der DDR die Menschen an den Montagsdemonstrationen teilnahmen, oder über die Länder Ungarn und Tschechoslowakei flüchteten, beteten die Menschen im Westen darum, dass es friedlich bleiben möge. Nahezu jede Gemeindeveranstaltung wurde dazu benutzt, um eine friedliche Lösung zu beten. Die Gebete wurden erhört. Gott griff ein und schenkte den Deutschen das Fest, an das schon keiner mehr hatte glauben können.

Berliner Mauer im Mai 1990

Berliner Mauer im Mai 1990

Wie haben die Deutschen dies- und jenseits des „eisernen Vorhangs“ diesen Abend erlebt? Bei www.wikipedia.de wird der Hergang sachlich und emotionslos erzählt, wie Günter Schabowski von den neuen Reisebestimmungen sprach, die seiner Kenntnis nach „sofort“ in Kraft traten. Übergang nach West-Berlin und in die Bundesrepublik über die innerdeutschen Übergänge ohne Visum. Der Run auf die Grenze war unbeschreiblich. Niemand hatte damit gerechnet. Die Nacht wurde zum Tage gemacht.

Ich persönlich habe von dem Ganzen erst am 10. November erfahren. Ich kam in meine Klasse bei der Umschulung und wurde als erstes gefragt, ob ich mitbekommen habe, was denn an meinem Geburtstag geschehen sei. „Ich habe es nicht mitbekommen, denn ich habe gestern meinen Geburtstag mit Freunden gefeiert“, war meine Antwort. Auf dem Nachhause-Weg blieb ich am Fernsehgeschäft stehen und schaute mir die Bilder an, die aus Berlin übertragen wurden.

Viele Menschen haben die Ereignisse des 9. November 1989 am Fernseher verfolgt. Andere haben von alldem erst später erfahren. Und wieder andere waren „live“ dabei und gehörten zu ersten, die die innerdeutsche Grenze als freie Menschen passierten. Gemeinsam ist ihnen allen eines: Sie erlebten einen Tag, an dem die Grenze, die 28 Jahre lang unser Land teilte, aufhörte zu existieren.

 
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